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Die richtigen Bohrer und Dübel für Holz, Metall & Co

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Was unterscheidet einen Holzbohrer von einem Bohrer für Stein? Und warum ist es so wichtig, den richtigen Dübel zu benutzen? Wir haben Tipps und Tricks rund um Bohrer und Dübel zusammengestellt, damit dir kein Bohrer mehr kaputtgeht und deine Regale auch wirklich sicher in der Wand bleiben.


1. Den richtigen Bohrer finden

Welchen Bohrer du brauchst, hängt von mehreren Faktoren ab: Je nachdem, in welches Material gebohrt wird, welche Art der Bohrung du machen willst und wie die Länge und der Durchmesser des Bohrlochs sein sollen, benötigst du unterschiedliche Bohrer.

1.1 In welches Material wird gebohrt?

Grundsätzlich kann man Bohrer in die Kategorien Metallbohrer, Holzbohrer, Stein-/Betonbohrer und Mehrzweckbohrer einordnen. Die gängigsten Bohrer haben eine Spiralform – so werden schon beim Bohren die entstandenen Bohrspäne aus dem Bohrloch befördert.

Du weißt, wo du bohren willst, aber nicht, um welches Material es sich handelt – zum Beispiel beim Löcher in eine Wand bohren? Dann hilft dir unser Tutorial zum Wandtyp testen weiter.

Vier Bohrer für Metall, Stein oder Beton, Holz und Kunststoff sind vor dem jeweiligen Material abgebildet.
Die passenden Bohrer für die Materialien Metall, Stein oder Beton, Holz und Kunststoff.

1.1.1 Der richtige Bohrer für Metall

Um in Eisen, Stahl, Kupfer, Messing oder Aluminium zu bohren, benutzt du am besten einen Metallbohrer . Er besteht meist aus HSS (High Speed Steel) und ist vorne kegelförmig.

Um das Ausglühen der Bohrerspitze (die blaue Verfärbung kann durch das Bohren mit einer zu hohen Drehzahl oder einem zu starken Druck entstehen) zu verhindern, hilft Bohrpaste oder Schneidöl. Du kannst den Bohrer auch regelmäßig aus dem Bohrloch nehmen und ihn wieder etwas abkühlen lassen.

1.1.2 Der richtige Bohrer für Holz

Wenn du in Weich- oder Hartholz, Spanplatten, Sperrholz oder MDF-Platten bohren möchtest, nimmst du am besten einen Holzspiralbohrer . Er hat eine Zentrierspitze mit der man den Bohrer genau ausrichten kann. Durch die Vorschneider am Bohrer reißt das Holz nicht aus.

1.1.3 Der richtige Bohrer für Stein oder Beton

Um in harte Stoffe wie Beton, Naturstein oder Granit zu bohren, eignet sich ein Stein - bzw. Betonbohrer . Der hat eine Hartmetallspitze und ist meist aus Werkzeug- oder Karbon-Stahl. Wie du in eine Betonwand bohrst, lernst du in unserem Video-Tutorial Loch in die Betonwand bohren .

1.1.4 Der richtige Bohrer für Fliesen

Weiche bis mittelharte Fliesen kannst du mit einem speziellen Fliesenbohrer mit einer diamantgeschliffenen Hartmetallschneide durchbohren. Um zu vermeiden, dass der Bohrer auf den Fliesen wegrutscht, kannst du zum Beispiel Klebeband auf dem Material befestigen und dadurch das Loch bohren.

Unser Tipp: Beginne zuerst mit einer kleineren Drehzahl und steigere sie dann, sobald der Bohrer tiefer im Material ist. Damit nichts zu Bruch geht, ist der richtige Druck beim Bohren entscheidend. Beim Anbohren solltest du einen mäßigen Druck, beim Durchbohren einen geringen bis sehr geringen Druck anwenden.

1.1.5 Der richtige Bohrer für Kunststoff und verschiedene Materialien (z.B. Holz und Metall)

Einen Multiconstructionbohrer kannst du für Kunststoffe oder verschiedene Materialien verwenden – zum Beispiel bei einer Schranktür, die nicht nur aus Holz besteht, sondern beispielsweise noch Metallzusätze hat. Er ist für fast alle Materialien geeignet, mit denen man als Heimwerker in Berührung kommt, beispielsweise mehrschichtige Materialien, Ziegel, Fliesen oder Aluminium. Generell gilt allerdings: Wähle bei einem Projekt mit einem bestimmten Material besser den speziellen Bohrer als den Multiconstructionbohrer. Der ist nämlich für das jeweilige Material optimiert.

1.2 Den passenden Bohrdurchmesser auswählen

Je nachdem wie groß das Loch werden soll, das du bohren möchtest, wählst du einen Bohrer mit dem passenden Durchmesser aus. Bei den gängigen Bohrern gibt es meist Bohrdurchmesser zwischen 1 mm und 20 mm.

Du kannst dich auch an den Schrauben orientieren, die du verwenden möchtest. Hierbei sollte der Durchmesser des Bohrlochs etwas kleiner als der Schraubendurchmesser sein. Bei einer Schraube mit 3,5 mm Durchmesser nimmst du zum Beispiel einen Bohrer mit 3 mm Durchmesser.

Wenn du zusätzlich zu Schrauben auch Dübel verwendest, sollten der Bohrer- und Dübeldurchmesser gleich groß sein.

Der Bohrdurchmesser und das Material, in das du bohrst bestimmt übrigens auch die passende Drehzahl.

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Tipp: Faustregel zur richtigen Drehzahl

  • Kleiner Bohrdurchmesser: hohe Drehzahl
  • Großer Bohrdurchmesser: tiefe Drehzahl
  • Weiches Material: hohe Drehzahl
  • Hartes Material: tiefe Drehzahl

Je nach Kombination von Material und Durchmesser muss die Drehzahl angepasst werden.

1.3 Bohrerverpackung

Die Angaben zu Material, Durchmesser sowie Länge des Bohrers brauchst du, wenn du im Baumarkt nach dem richtigen Bohrer suchst: Das Materialbild zeigt dir, wofür du den Bohrer verwenden kannst, der Durchmesser steht meist oben links in einem Kästchen und die Gesamt- und Arbeitslänge lässt sich einfach an dem Maßband am Rand der Verpackung ablesen.

Die optimierte Verpackung macht schnell deutlich, wofür der Bohrer geeignet ist.
Die Verpackung zeigt, wofür du den Bohrer verwenden kannst.

1.4 Die Art der Bohrung, oder: Welche Bohrerlänge für welches Loch?

Manchmal musst du spezielle Löcher oder in außergewöhnliche Materialien bohren. Auch dafür gibt es passende Bohrer.

1.4.1 Durchgangsbohrung

Wenn du ein Loch komplett durchbohren möchtest, machst du eine sogenannte Durchgangsbohrung. Bei den hängenden Lichtern ist das zum Beispiel der Fall. Der Bohrer sollte länger sein als das Material stark ist.

1.4.2 Sackbohrung

Manchmal muss das Loch nicht komplett durchgebohrt werden, wenn du beispielsweise versteckte Löcher zum Aufhängen haben möchtest, wie bei unserer Kindergarderobe in Kronenform . Das nennt man dann Sackbohrung. In Holz klappt das mit einem Holzspiralbohrer gut, der kürzer als die Materialdicke ist. Hast du nur einen Bohrer, der länger als die Materialdicke ist, kannst du die passende Bohrerlänge einfach mit Klebeband markieren. So weißt du, wie tief du bohren kannst, ohne durchzustoßen. Wenn du einen größeren Durchmesser brauchst, ist der Forstnerbohrer dafür am besten geeignet.

Ein Bohrer, der in Holz bohrt, ist mit weißem Klebeband markiert.
Mit einem abgeklebten Bohrer kannst du die gewünschte Bohrtiefe markieren.

1.4.3 Tiefbohrung

Eine Tiefbohrung ist ähnlich wie eine Sackbohrung. Dabei bohrst du jedoch ein besonders tiefes Loch (fünfmal tiefer als der Bohrdurchmesser). Wenn du etwas an die Decke oder an die Wand montieren möchtest, ist das dafür die gängigste Bohrung. Im Tutorial Loch in die Betonwand bohren zeigen wir dir, wie das richtig funktioniert. Bei dem DIY-Projekt Vertikale Gärten anlegen brauchst du zum Beispiel eine Tiefbohrung, um das Projekt an der Wand zu befestigen.

1.4.4 Verschieden große Löcher bohren

Mit einem Stufenbohrer kannst du punktgenau und schnell in Nichteisenmetalle, Stahlbleche und Kunststoffe bohren. Durch die verschiedenen Bohrstufen lassen sich Löcher von 4 bis 20mm Durchmesser bohren. Eine Zentrierhilfe unterstützt dich dabei, präzise zu bohren.

Mit einem Stufenbohrer wird ein Loch in Blech gebohrt.
Unterschiedlich große Löcher bohrst du am einfachsten mit einem Stufenbohrer.

1.4.5 Besonders große Löcher in Holz bohren

Wenn du Löcher mit einem besonders großen Durchmesser (> 10mm) in Holz bohren möchtest, man nennt diese auch Sacklöcher, kannst du dafür einen Forstnerbohrer benutzen. Er ist nicht für tiefe oder durchgehende Bohrungen geeignet.

Mit einem Forstnerbohrer wird ein Loch in ein Holzbrett gebohrt.
Größere Löcher ab einem Durchmesser von 10 mm bohrst du am besten mit einem Forstnerbohrer.

2. Die Bohrlochtiefe bestimmen

Du weißt nicht, wie tief du bohren musst, zum Beispiel bei einer Wand? Dann kannst du dich an den Dübeln orientieren, die du verwenden willst. Als Faustregel kannst du dir folgende Formel für die Bohrlochtiefe merken: Die Dübellänge + 10 mm. So verschwindet der Dübel später gut in der Wand.

Wenn du keinen Dübel brauchst, kannst du die Schraubenlänge und ihren Durchmesser als Orientierung für die Bohrerlänge, die Bohrlochtiefe und den Durchmesser der Bohrung nehmen.

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Tipp: Alternative zum abgeklebten Bohrer: der Drill-Assistant

Mit einem Drill-Assistant an der Bohrmaschine kannst du die Bohrtiefe bestimmen. Dafür einfach den Dübel und die Schraube einlegen und den roten Verschlussring nach hinten ziehen, schon ist die benötigte Tiefe bestimmt.

Vier Bohrerschäfte sind nebeneinander dargestellt. In einem Kreis sind die Schäfte hervorgehoben.
Bei Bohrern gibt es hauptsächlich vier unterschiedliche Bohrerschäfte.

3. Welcher Bohrer passt in welches Gerät?

Neben den verschiedenen Bohrerspitzen unterscheiden sich Bohrer auch in ihrer Schaftform. Der Bohrerschaft ist der Teil, der in die Bohrmaschine (in das Bohrfutter) eingelegt wird.

Bei den Bohrfuttern unterscheidet man zwischen einem Dreibackenfutter, dieses spannt den Bohrer über drei „Backen“, also Befestigungspunkte, ein. Sie werden durch Drehen des Bohrfutters auf den Durchmesser des Bohrerschafts angepasst und spannen den Bohrer somit ein. Außerdem gibt es noch verschiedene SDS-Futter: Hier rastet der Bohrer direkt beim Einstecken im Bohrfutter ein, ohne dass das Bohrfutter durch Drehen an den Bohrerschaftdurchmesser angepasst werden muss.

Bei Bohrern gibt es hauptsächlich vier verschiedene Schaftarten:

  • Ein Schaft mit einer runden Form wird Rund- oder Zylinderschaft genannt und passt in alle Bohr- und Schlagbohrmaschinen.
  • Ein Sechskantschaft hat die Form eines Sechsecks. Bohrer mit diesem Schaft halten in den Dreibackenfuttern der Bohr- und Schlagbohrmaschinen besser. Eine besondere Form des Sechskantschafts ist der sogenannte Hexschaft. Dieser Sechskantschaft hat eine zusätzliche Einkerbung. Er passt nicht nur in Dreibackenfutter, sondern auch in SDS Quick- und Hexschaftfutter.
  • SDS Quick Bohrerschäfte passen in die Akkubohrhämmer Uneo und sind auch für alle Dreibackenfutter zugelassen. Damit ist dies der einzige Schaft, der sowohl in einem Bohrhammer sowie in einer Bohr- und Schlagbohrmaschine verwendet werden kann.
  • SDS Plus Bohrschäfte werden ausschließlich in kleinen Bohrhämmern mit SDS Plus Bohrfuttern verwendet. Diese Schäfte sind nicht für andere Bohrfutter wie das Dreibackenfutter oder andere SDS Bohrfutteraufnahmen zugelassen.

Damit du weißt, welcher Bohrer zu deinem Werkzeug passt, haben wir dir eine Grafik zusammengestellt.

Beachte: Die Grafik bietet nur eine grobe Übersicht. Welche Bohrer genau passen, hängt auch immer von dem spezifischen Maschinenmodell ab.

Eine Übersicht zeigt an, welcher Bohrer in welches Gerät passt.
Die Übersicht zeigt dir, welcher Bohrer in welche Maschine passt.
Mit Dübeln sind die Schrauben später fest in der Wand verankert.
Dübel sorgen dafür, dass alles fest und sicher an der Wand hängt. © fischer

4. Welches ist der richtige Dübel für mein Projekt?

Damit Bilder oder Regale ordentlich an und in der Wand halten, ist die Wahl des richtigen Dübels entscheidend. Da verhält es sich wie bei den Bohrern: Der Dübel muss zum Untergrund und dessen Beschaffenheit passen.

Die Größe des Dübels richtet sich nach dem Bohrloch. Hast du zum Beispiel mit einem 6-mm-Bohrer gebohrt, nimmst du einen 6er-Dübel. Die Schrauben zur Befestigung sollten dann im Gegensatz zu einer Befestigung ohne Dübel (s. Punkt 1.2.) einen etwas kleineren Durchmesser haben, ungefähr 4-5 mm. Meistens steht auch auf der Dübelverpackung, wie groß der Durchmesser und die Länge der Schrauben sein sollten, damit sie zum Dübel passen.

Generell gilt, dass die Schraube immer etwas länger als der Dübel sein sollte, damit sie später gut aus dem Loch herausguckt und du daran etwas aufhängen kannst. Übrigens: Je länger der Dübel ist, umso höher ist auch die Traglast. Deshalb gilt auch für die Schrauben, je höher die Traglast, umso länger sollte die Schraube im Vergleich zum Dübel sein. Die zusätzliche Länge kann je nach Traglast zwischen 3 mm (geringe Traglast) und 16 mm (hohe Traglast) betragen.

Achte darauf, das Bohrloch zu reinigen, bevor du den Dübel einsetzt. Den Bohrstaub kannst du zum Beispiel mit einem Handstaubsauger entfernen.

Passende Dübel für Gipskarton, Beton und Mauerwerk sind vor dem jeweiligen Material abgebildet.
Diese Dübel kannst du für Gipskarton, Beton oder Mauerwerk benutzen.

4.1 Die verschiedenen Wandmaterialien

Bei den Baustoffen für Wände unterscheidet man zwischen Beton, Mauerwerk und Plattenbaustoffen, wie zum Beispiel Gipskarton. Aus welchem Material deine Wand besteht, kannst du mit unserem Tutorial Wandtyp bestimmen herausfinden.

4.1.1 Normal- oder Leichtbeton

Beton ist generell ein idealer Befestigungsuntergrund. Langschaftdübel aus Kunststoff sowie chemische Befestigungssysteme, zum Beispiel Injektionsmörtel , plus passendes Zubehör eignen sich dafür besonders gut. Bei Leichtbeton, der durch Zugabe von Styropor oder Bims leichter als Normalbeton ist, sind längere Spreizdübel optimal. Diese dehnen sich aus, sobald die Schraube hineingedreht wird und sind somit gut in der Wand verankert.

4.1.2 Mauerwerk (Vollstein)

Für Mauerwerk aus sogenannten Vollsteinen (z.B. Kalksand-Vollstein oder Ziegelstein) eignen sich nahezu alle Kunststoffdübel .

4.1.3 Mauerwerk (Lochbaustein)

Wenn die Wände aus Lochbausteinen (ähnlich wie Vollsteine, jedoch mit regelmäßigen Hohlräumen) gebaut wurden, solltest du Dübel verwenden, die Hohlräume überbrücken oder ausfüllen können. Dafür sind Dübel mit Injektionsmörtel ideal oder Kunststoffdübel , die sich knoten und verspreizen können.

4.1.4 Plattenbaustoffe (z.B. Gipskarton)

Bei Wänden aus Gipskarton, auch Rigips genannt, kannst du einen speziellen Gipskartondübel verwenden, der hat die Form einer Spirale und besteht aus Metall oder Kunststoff . Anders als ein Standarddübel breitet er sich nicht mehr aus. Hohlraumdübel aus Kunststoff oder Metall kannst du ebenfalls benutzen.

4.1.5 Hohlräume

Für einen festen Sitz solltest du entweder einen Gipskartondübel benutzen oder einen speziellen Hohlraumdübel aus Kunststoff mit Metall. Dieser ist für unterschiedliche Hohlraumdicken geeignet und sorgt für sicheren Halt. Auch einen Universaldübel kannst du hier nutzen – der verknotet sich nämlich hinter Platten und Hohlräumen und sorgt so für Halt.

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Tipp: Zu weicher Untergrund?

Ist der Untergrund sehr weich und weniger dicht, hilft es, das Bohrloch einen Millimeter kleiner als den Dübel zu machen. So sitzt der Dübel noch fester in der Wand.