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Hecke richtig pflegen: Der ultimative Guide rund ums Hecke pflanzen, düngen und schneiden

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Die Hecke wird mit einer Heckenschere zurechtgeschnitten.
So eine große Hecke hat auch mal klein angefangen: Mit unseren Tipps schafft deine das auch.

Ein Garten ohne Hecke? Ist fast wie ein Sommer ohne Sonne. Hecken sind ein natürlicher Zaun, sie bieten Sichtschutz, schirmen vor Wind ab und Vögel finden zwischen den Blättern einen sicheren Unterschlupf. In unserem Guide erfährst du alles, was du rund ums Hecke pflanzen, pflegen und schneiden, wissen musst. Also los geht’s! Dein Garten freut sich über das neue Grün.

Welche Hecke passt in meinen Garten?

Hecke ist nicht gleich Hecke. Bei der Entscheidung, welche in deinen Garten soll, musst du dich vor allem fragen, was dir wichtig ist und wann du die Hecke pflanzen möchtest. Unten in der Grafik siehst du, wann die optimale Pflanzzeit für die jeweilige Heckensorte ist.

Du willst eine pflegeleichte Hecke? Dann bist du mit immergrünen Hecken wie etwa Liguster oder Eibe gut beraten. Sommergrüne Hecken verlieren die Blätter, wenn es kalt wird und brauchen in der Regel mehr Pflege. Wenn du eine hohe Hecke haben willst, kannst du dich auf Thuja (Lebensbaum) und Kirschlorbeer verlassen. Auch die Hainbuche wächst schnell in die Höhe. Du willst eher eine niedrige Hecke, die dafür dichter ist? Dann ist der Buchsbaum etwas für dich! Wer mehr Farbe im Garten haben möchte und vor Aufwand nicht zurückschreckt, für den ist der anspruchsvolle Rhododendron das Richtige. Je nach Art verwandelt der das Grün bei den ersten Sonnenstrahlen in ein weißes, rosafarbenes oder lila-blaues Blütenmeer.

Der richtige Zeitpunkt, um eine Hecke zu pflanzen

Eine Hecke zu pflanzen ist leichter, als du denkst. Damit die auch schön grünen und wachsen kann, musst du allerdings den richtigen Zeitpunkt abwarten. Der hängt von der Art der Hecke ab. Generell gilt: Das milde Frühjahr oder der Herbstbeginn sind optimal. Frostempfindliche Hecken wie Kirschlorbeer oder Eibe solltest du im Frühling auspflanzen. Dann können sie bis zum Winter anwachsen und die Kälte überstehen.

Ein Pflanzkalender zeigt an, wann welche Heckenpflanzen am besten gepflanzt werden sollten.
Je nach Art der Heckenpflanze solltest du den richtigen Pflanzzeitpunkt auswählen.

Hecke pflanzen – so geht’s

Junge Heckenpflanzen werden in die Erde gesetzt.
Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege wird die Hecke bald den Garten schmücken. © istock

Schritt 1: Grundlage schaffen – eine gute Vorbereitung ist Gold wert

Das Arm-Workout kannst du dir heute sparen, die Erde für die Hecke auszuheben, ist nämlich Übung genug. Bei der Breite und Tiefe des Grabens solltest du dich an der Wurzel der Heckenpflanze orientieren: Er sollte ungefähr 1,5 Mal größer sein als die Wurzel. Damit die auch gerade wird und die Hecke später nicht schief wächst, kannst du eine Schnur um den Bereich spannen, den du ausheben willst. Um eine möglichst dichte Hecke zu bekommen, sollten pro Meter am besten drei bis vier Gewächse eingepflanzt werden. Also Schaufel raus und schippen. Wenn du die nötige Tiefe und Breite erreicht hast, solltest du noch den Boden auflockern. So können sich die Wurzeln besser entfalten.

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KEIN ÄRGER MIT DEN NACHBARN

Die Hecke wird idealerweise mit der Zeit größer und breiter. Deswegen solltest du beim Pflanzen auf den Abstand zum Nachbargrundstück achten. Per Gesetz ist in den meisten Bundesländern ein Mindestabstand von 50 cm festgelegt. Außerdem darf eine Hecke nicht unendlich hoch sein. Die erlaubte Höhe liegt zwischen 1,5 und 2 m, ist aber vom jeweiligen Bundesland abhängig. Hier gibt es eine Übersicht , welche Vorschrift in deinem Bundesland gilt. Um auf Nummer sicherzugehen, schaust du am besten noch mal in das Nachbarrechtsgesetz deines Bundeslandes oder erkundigst dich beim Ordnungsamt. Beim Pflanzen und Schneiden solltest du diese Vorgaben berücksichtigen, sonst gibt es noch Ärger mit dem Nachbarn.

Schritt 2: Die Pflanzen bekommen ein neues Zuhause

Ist der Graben ausgehoben und der Boden aufgelockert? Dann kannst du die Pflanzen in die Erde einsetzen. Die befinden sich entweder in einem Jutetuch (das schützt die Wurzeln) oder in einem Kunststoffbehälter. Wenn ein Jutetuch um die Wurzel gespannt ist, kannst du die Pflanzen darin lassen und sie damit in der Grube platzieren und ausrichten. Danach das Tuch aufknoten, die Enden zur Seite herunterlegen und mit vergraben. Damit die Wurzelballen nicht auseinanderfallen, sollten die Pflanzen jetzt nicht mehr bewegt werden. Zwei Drittel der Wurzel mit Erde bedecken und gießen. Dann den Rest der Erde dazu und vorsichtig antreten, damit alles gut im Boden verankert ist. Bei Pflanzen in Kunststoffbehältern kommen die Gewächse ohne Behälter in die Erde, nach dem Ablösen solltest du sie in die Grube setzen, ordentlich mit Wasser tränken und ebenfalls mit Erde bedecken.

Schritt 3: Wasser marsch!

Mit einer Gießkanne werden die Heckenpflanzen gegossen.
Wasser ist das Elixier des Lebens – auch für Hecken. ©getty images

Nach dem Einpflanzen der Hecke kommt die Pflege. Wer eine schöne Hecke will, muss sich um sie kümmern. Das bedeutet vor allem: Gießen. Am Anfang sind alle drei bis vier Tage ein guter Richtwert. Mit der Zeit kannst du die Abstände auch etwas vergrößern. Mit zehn Litern Wasser pro Höhenmeter sollten deine Pflanzen gut versorgt sein. Natürlich hängt die benötigte Wassermenge auch vom Boden und der Pflanzenart ab, die Menge kannst du so allerdings grob bestimmen. Sind deine Heckengewächse also etwa einen halben Meter hoch, reichen ca. fünf Liter Wasser pro Pflanze aus. Bei älteren Hecken ist das regelmäßige Bewässern nicht mehr nötig, durch die tiefgreifenden Wurzeln versorgt sich die Hecke ausreichend selbst. Nur bei langen Trockenphasen solltest du zusätzlich gießen. Wenn du das morgens erledigst, tust du dir und den Pflanzen den größten Gefallen. Da ist der Boden noch kühler und das Wasser verdunstet nicht, sondern gelangt auch wirklich zu den Wurzeln. Beim Gießen solltest du den Wasserstrahl direkt auf die Erde richten. Die Blätter ziehen sich die Flüssigkeit dann schon selbst. Das Wasser auf sie zu gießen, nützt also nichts, sondern führt eher zum Gegenteil und begünstigt Pilzkrankheiten.

Schritt 4: Die Hecke düngen

Das Wachstum der Hecke kannst du unterstützen, indem du die Pflanzen im Frühjahr und/oder im Herbst einmal düngst. Bei den meisten Pflanzen reicht es, wenn du ihnen reifen Kompost an die „Füße“ gibst. Einfach auf die Erde streuen und kurz einharken. Bei sommergrünen Hecken und solchen mit verrottendem Laub wie etwa Liguster kann man auch den Grünabfall aus dem Heckenschnitt als Dünger verwenden. Dazu einfach nach dem Heckenschnitt einen Teil des Grüns unter die Hecke harken.Anspruchsvollere Heckenpflanzen wie Rhododendren benötigen einen sauren Boden. Dazu kann man die Erde mit Torf anreichern. Düngen kann man sie mit Hornspänen.

Schritt 5: Gewusst wie – die Hecke schneiden

Bei der Hecke ist das wie bei Haaren: Soll sie wachsen und gepflegt aussehen, muss man sie von Zeit zu Zeit zurückschneiden. Je nach Zustand und Alter der Hecke kommt ein Pflege- oder auch Formschnitt, ein Rück- oder Radikalschnitt in Betracht. Am einfachsten geht das mit einer elektrischen Heckenschere. Je nachdem, welche Schnitttechnik du anwenden willst, solltest du eine passende Messeröffnung verwenden. Die ergibt sich je nach Abstand der einzelnen Messer der Heckenschere.

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VOGEL-UND NATURSCHUTZ

Aufgepasst: Aufgrund des Vogel- und Naturschutzes dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz zwischen dem ersten März und dem 30. September keine radikalen Schnittmaßnahmen durchgeführt werden. Form- und Pflegeschnitte sind im Frühjahr und ab dem 24. Juni erlaubt, allerdings solltest du vorher prüfen, dass sich keine Vogelnester oder Küken in der Hecke befinden.

Beim Heckeschneiden ist die richtige Technik entscheidend.
Beim Heckeschneiden wird das Wachstum angeregt und die Hecke in Form gebracht.

Pflegeschnitt

Bei immergrünen Hecken sollte ein Pflegeschnitt im Jahr, optimal zwischen Mai und August, ausreichen, um sie in Form zu bringen. Sommergrüne Hecken schneidest du am besten zwei Mal im Jahr, im Frühjahr und im Spätsommer bzw. Frühherbst. Beim zweiten Schnitt im Jahr solltest du idealerweise den Hauptaustrieb abwarten, dann sind die neu gewachsenen Triebe ausgereift und die Hecke wächst nicht mehr so stark nach. So hast du länger etwas von der neu geschnittenen Form. Beim Schneiden sind trockene, frostfreie Tage mit bewölktem Himmel ideal. Bei starker direkter Sonneneinstrahlung können die Triebe einen „Sonnenbrand“ bekommen.

Bei Form- und Pflegeschnitten genügt eine Heckenschere mit einem geringen Messerabstand, da hauptsächlich junge und dünne Äste geschnitten werden müssen. Idealerweise solltest du deine Hecke leicht trapezförmig schneiden, d.h. die unteren Äste lässt du etwas länger stehen als die oberen, so bekommen alle Bereiche der Hecke viel Licht ab. Du kannst ca. 10-15 cm der neu gewachsenen Triebe geradlinig abschneiden. Damit die Hecke gerade wird, kann dir auch hier eine Schnur als Orientierungshilfe helfen.

Rückschnitt

Bei Rückschnitten solltest du schauen, dass der Messerabstand deiner Heckenschere größer ist als die Astdicke der Hecke. Am besten wählst du zum Schneiden frostfreie Tage, um die fruchttragenden Triebe um zwei Drittel zu kürzen. So entfernst du Konkurrenztriebe, und die Äste können wieder stärker neu austreiben. Bei Heckengewächsen, die vom Baum abstammen, wie Feldahorn oder Hainbuche, kannst du im ersten Jahr drei Viertel der Triebspitzen abschneiden, so verzweigen sich die Äste stärker und deine Hecke wird dichter.

Radikalschnitt

Bei alten Hecken hilft allerdings manchmal nur noch ein Radikalschnitt, damit sie wieder in neuem Glanz erstrahlen können und die Lücken verschwinden. Frostfreie Tage im Winter sind perfekt für den Verjüngungsschnitt. Dafür nimmst du am besten eine Heckenschere mit großer Messeröffnung und einem starken Motor. Nun kannst du die Äste bis auf den dicksten Stamm zurückschneiden, damit sie im Frühjahr dichter und stärker nachwachsen können.

Meine Hecke weist Lücken auf. Was kann ich dagegen tun?

Wenn die Hecke Lücken aufweist, kann manchmal schon genügend Sonnenlicht helfen, damit sich das Loch wieder schließt. Dazu am besten angrenzende Äste zurückschneiden, die Schatten auf die Hecke werfen. Ist die Lücke etwas größer, kannst du zwei benachbarte Triebe mithilfe zweier gekreuzter Bambusstöcke waagerecht oder diagonal über das Loch legen. Jetzt noch die Spitzen der Triebe leicht kürzen und etwas abwarten. So wird die erneute Verzweigung angeregt und die Stelle sollte sich bald schließen. Wenn für diesen Trick die Länge der Triebe nicht ausreicht, dann hilft nur das Nachpflanzen. Hier solltest du Pflanzen wählen, die in etwa so hoch sind wie der Rest der Hecke, sonst braucht der Nachwuchs zu lange, um aufzuschließen.

Alle Fragen geklärt? Dann sollte mit der richtigen Pflege und der nötigen Geduld nichts schiefgehen und du kannst dich viele Jahre über die Hecke in deinem Garten freuen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Heckenschnitt kriegst du hier.